Drei Heizungen kommen fürs Bad infrage
Fürs Bad gibt es drei Möglichkeiten. Der Handtuchheizkörper hängt an der Wand und wird vom Heizwasser der Zentralheizung warm. Die Fußbodenheizung liegt als Rohrschlange unter den Fliesen und wärmt den ganzen Boden. Die Infrarotheizung ist eine flache elektrische Platte, die Wärme direkt in den Raum strahlt.
Welche passt, hängt vor allem von Ihrer Zentralheizung ab. Wer ohnehin eine Badsanierung plant, entscheidet am besten jetzt, weil Boden und Wände dann offen sind.
| Heizung | Wie sie heizt | Stärke | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Handtuchheizkörper | mit Heizwasser der Zentralheizung | trocknet Handtücher, reagiert schneller als eine Fußbodenheizung | Gasheizung, bei Wärmepumpe nur in ausreichender Größe |
| Fußbodenheizung | mit Heizwasser in Rohren unter dem Boden | kommt mit wenig warmem Heizwasser aus, warmer Boden | Wärmepumpe |
| Infrarotheizung | mit Strom über eine eigene Leitung | sofort warm, leicht nachzurüsten | selten genutzte Bäder, kurze Zusatzwärme |
Mit Wärmepumpe ist die Fußbodenheizung im Bad im Vorteil
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizwasser zu den Heizkörpern fließt. Eine Wärmepumpe arbeitet laut Verbraucherzentrale am sparsamsten, wenn sie zwischen 30 und 50 Grad liegt. Eine Fußbodenheizung oder große Heizkörper sind dafür ideal. Wegen ihrer großen Fläche geben sie schon mit wenig warmem Wasser genug Wärme ab.
Ein kleiner Handtuchheizkörper braucht für dieselbe Wärme heißeres Wasser. Ist er zu klein, stellt der Heizungsbauer die Wärmepumpe oft heißer ein, damit das Bad warm wird. Das kostet im ganzen Haus mehr Strom.
Deshalb gehört auch der Badheizkörper in den hydraulischen Abgleich. Dabei stellt der Heizungsbauer jeden Heizkörper so ein, dass er genau die Wassermenge bekommt, die sein Raum braucht. Wann der hydraulische Abgleich Pflicht ist, hängt von der Größe des Hauses ab. Wer Förderung der staatlichen Förderbank KfW für eine neue Heizung will, muss ihn auf jeden Fall machen lassen.
Warum braucht das Bad mehr Wärme als das Wohnzimmer?
Bei der Heizlastberechnung, also der Rechnung, wie viel Wärme jeder Raum an kalten Tagen braucht, plant der Heizungsbauer das Bad mit 24 Grad. Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche plant die Norm mit 20 Grad. Je wärmer ein Raum werden soll, desto mehr Heizleistung braucht er an kalten Tagen.
Fragen Sie nach, ob Ihr Bad mit 24 Grad gerechnet wurde. Wer mit 20 Grad rechnet, bekommt einen zu kleinen Heizkörper, und das Bad bleibt im Winter kühl. Das zählt besonders im Altbau mit kalter Außenwand.
Die geplanten Raumtemperaturen reichen von 15 Grad im Flur bis 24 Grad im Bad. Wohnräume, Küche und WC liegen bei 20 Grad.
| Raum | Geplante Temperatur |
|---|---|
| Bad | 24 Grad |
| Wohnzimmer und Schlafzimmer | 20 Grad |
| Küche | 20 Grad |
| WC | 20 Grad |
| Flur und Treppenhaus | 15 Grad |
Für wen passt eine Infrarotheizung im Bad?
Eine Infrarotheizung macht aus 1 Kilowattstunde Strom genau 1 Kilowattstunde Wärme. Eine Wärmepumpe holt zusätzlich Wärme aus Luft, Erde oder Wasser. Ihre Jahresarbeitszahl, also das Verhältnis von Wärme zu Strom über ein Jahr, liegt bei Luftwärmepumpen laut Verbraucherzentrale meist zwischen 3 und 4. Bei Dauerbetrieb heizt Infrarot deshalb deutlich teurer.
Strom kostet Haushalte 2026 bisher im Schnitt 37,0 Cent je Kilowattstunde, so der Branchenverband BDEW im August 2026. Für kurze Zeiten ist Infrarot trotzdem praktisch. Die Platte wird sofort warm, weil kein Wasser erst aufheizen muss. In einem Gästebad, das selten genutzt wird, spart sie die Leitung zur Zentralheizung.
Welche Badheizung passt zu Ihrem Haus?
Zwei Fragen führen zur passenden Badheizung.
Heizt Ihr Haus mit einer Wärmepumpe, oder ist eine geplant?
Nutzen Sie das Bad täglich und länger?
Eine Fußbodenheizung oder ein großer Handtuchheizkörper passt am besten. Beide kommen mit 30 bis 50 Grad warmem Heizwasser aus.
Ein Handtuchheizkörper reicht, wenn er groß genug für das kühlere Heizwasser ist.
Nutzen Sie das Bad nur selten, etwa als Gästebad?
Eine Infrarotheizung kann günstiger sein, weil keine Leitung zur Heizung nötig ist. Sie wird sofort warm.
Ein Handtuchheizkörper an der Zentralheizung ist für den täglichen Gebrauch die naheliegende Wahl.
Wie tauschen Sie den Badheizkörper aus?
Der Tausch läuft in fünf Schritten.
- Lassen Sie die Heizlast des Bads mit 24 Grad berechnen.
- Wählen Sie die Größe des Heizkörpers passend zur Temperatur des Heizwassers, bei einer Wärmepumpe also für 30 bis 50 Grad.
- Der Heizungsbauer baut den alten Heizkörper ab und prüft, ob die Anschlüsse zum neuen passen.
- Er montiert den neuen Heizkörper, füllt die Anlage und entlüftet sie.
- Prüfen Sie an einem kalten Tag, ob das Bad warm wird, bevor Sie die Schlussrechnung zahlen.
Häufige Fragen
Welche Vorlauftemperatur braucht eine Fußbodenheizung im Bad mit Wärmepumpe?
Eine Fußbodenheizung im Bad kommt mit einer niedrigen Vorlauftemperatur aus, also mit wenig warmem Heizwasser. Mit einer Wärmepumpe liegt sie am besten zwischen 30 und 50 Grad, so die Verbraucherzentrale. Je niedriger die Temperatur, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe.
Warum braucht ein Bad mehr Heizleistung als ein Wohnzimmer?
Ein Bad braucht mehr Heizleistung, weil der Heizungsbauer es mit 24 Grad plant. Wohnzimmer plant er mit 20 Grad, Flure mit 15 Grad. Je wärmer der Raum werden soll, desto mehr Wärme muss die Heizung an kalten Tagen liefern.
Ist eine Infrarotheizung im Bad teurer als eine Wärmepumpe?
Ja, im Dauerbetrieb heizt eine Infrarotheizung im Bad teurer als eine Wärmepumpe. Die Infrarotheizung macht aus 1 Kilowattstunde Strom 1 Kilowattstunde Wärme, eine Luftwärmepumpe meist 3 bis 4. Bei 37,0 Cent je Kilowattstunde Strom ist das ein großer Unterschied.
Muss der Badheizkörper beim Umstieg auf eine Wärmepumpe getauscht werden?
Nicht unbedingt, der Badheizkörper muss beim Umstieg auf eine Wärmepumpe nur groß genug sein. Mit 30 bis 50 Grad warmem Heizwasser gibt ein kleiner Heizkörper weniger Wärme ab. Lassen Sie das vom Heizungsbauer nachrechnen.
Sollte ein Elektriker die Infrarotheizung im Bad anschließen?
Ja, eine Infrarotheizung im Bad sollte ein Elektriker anschließen. Je nach Abstand zu Dusche und Wanne braucht das Gerät einen bestimmten Schutz gegen Spritzwasser. Der Elektriker wählt auch die passende Absicherung.
