Wann lässt sich eine bodengleiche Dusche nachträglich einbauen?
Eine bodengleiche Dusche hat keine Stufe und keine Wanne. Das Wasser läuft über den gefliesten Boden direkt in einen Abfluss. Damit das klappt, braucht der Boden unter den Fliesen drei Dinge. Er braucht ein leichtes Gefälle zum Abfluss, eine dichte Schicht gegen Wasser und Platz für das Abflussrohr.
Im Altbau ist meist die Höhe das Problem. Zwischen der rohen Decke und der fertigen Oberfläche bleibt oft wenig Platz. Die Fachzeitschrift Ausbaupraxis nennt die verfügbare Höhe deshalb als ersten Punkt jeder Prüfung.
Wie viel Höhe braucht eine bodengleiche Dusche im Altbau?
Für wenig Platz gibt es drei Lösungen.
- Flache, fertige Duschelemente aus dem Handel sind 50 bis 80 Millimeter hoch. Das Gefälle ist darin schon eingearbeitet.
- Mit eingebautem Abfluss in der Mitte nennt ein Hersteller eine Höhe ab 65 Millimetern.
- Reicht die Höhe nicht oder liegt das Abflussrohr zu hoch, pumpt eine kleine Pumpe das Duschwasser zum Rohr.
Das Gefälle selbst aus Estrich zu formen, kostet meist nicht weniger. Estrich ist die glatte Schicht unter den Fliesen. Die Ausbaupraxis warnt, dass beim selbst geplanten Gefälle sehr oft Fehler bei der Abdichtung passieren.
Eine Pumpe braucht einen eigenen, gut gegen Wasser geschützten Stromanschluss mit Sicherung. Sie muss für die Wartung erreichbar sein und auf einer Unterlage stehen, die Schwingungen dämpft. Ein Ventil verhindert, dass Wasser zurückfließt. Jede dieser Lösungen erhöht die Kosten der Badsanierung, weil sie mehr Arbeit macht als eine Duschwanne.
Wie dicht muss der Boden unter der Dusche sein?
Der Boden in der Dusche bekommt das meiste Wasser ab. Die Norm für Abdichtungen in Innenräumen verlangt dort deshalb die stärkste Abdichtung im Bad. Gibt es keine Duschwand, gilt diese strenge Stufe sogar für den ganzen Badboden. Innen- und Außenecken verstärkt der Betrieb mit fertigen Formteilen.
| Fläche im Bad | Wasser, das dort ankommt | Abdichtung |
|---|---|---|
| Boden in der Dusche | viel | stark |
| Wand in der Dusche | Spritzwasser | mittel |
| Boden im übrigen Bad, mit Duschwand | mäßig | mittel |
| Boden im übrigen Bad, ohne Duschwand | viel | stark |
| Wand im übrigen Bad | wenig | leicht |
Bevor die Fliesen kommen, testet der Betrieb Abfluss und Abdichtung. Danach erreicht man die Abdichtung nur noch, wenn man die Fliesen wieder herausnimmt. Sorgen Sie später für gute Lüftung, damit die Feuchtigkeit abzieht und kein Schimmel entsteht.
Woran scheitert der Einbau im Altbau?
Viele Altbauten haben Decken aus Holzbalken. Eine Dusche mit Unterbau bringt zusätzliches Gewicht auf diese Balken. Lassen Sie deshalb prüfen, ob die Balken das tragen. Holzdecken leiten außerdem Geräusche weiter, und das Rauschen des Abflusses ist dann nebenan zu hören.
Ein zweiter Punkt ist das Fallrohr, also das senkrechte Abwasserrohr im Haus. Liegt sein Anschluss höher als der Abfluss der Dusche, fließt das Wasser nicht von allein ab. Dann hilft nur eine Pumpe oder eine Hebeanlage, eine größere Pumpe für Abwasser.
Wohnen Sie in einer Eigentumswohnung, sprechen Sie vor der Planung mit der Hausverwaltung. Der Umbau kann in die Decke und in gemeinsame Leitungen eingreifen.
Welche bodengleiche Dusche passt zu Ihrer Höhe?
Die gemessene Höhe entscheidet, welches System passt. Die letzte Freigabe gibt immer der Betrieb, anhand der Angaben des Herstellers.
Haben Sie mehr als 80 Millimeter Höhe bis zur rohen Decke?
Ein flaches, fertiges Duschelement passt in der Regel. Der Betrieb prüft es am Datenblatt des Herstellers.
Haben Sie mindestens 50 Millimeter?
Ein besonders flaches Element kann passen. Mit Abfluss in der Mitte nennt ein Hersteller 65 Millimeter, lassen Sie das am Datenblatt prüfen.
Prüfen Sie mit dem Betrieb eine Pumpe, die das Duschwasser zum Abflussrohr pumpt.
So baut der Betrieb die Dusche in 5 Schritten ein
Soll die Dusche auch für Rollator oder Rollstuhl passen, plant der Betrieb mindestens 1,20 mal 1,20 Meter Fläche ein, besser 1,50 mal 1,50 Meter. Für eine barrierefreie Dusche gibt es Zuschuss von der Pflegekasse, wenn jemand im Haushalt einen Pflegegrad hat.
- Der Betrieb misst die Höhe bis zur rohen Decke an mehreren Stellen.
- Sie legen gemeinsam fest, ob ein flaches Element, ein eigenes Gefälle aus Estrich oder eine Pumpe passt.
- Der Betrieb verlegt das Abflussrohr und schließt bei Bedarf die Pumpe an.
- Er dichtet Boden und Wände ab und verstärkt die Ecken mit Formteilen.
- Vor dem Fliesen testet er Abfluss und Abdichtung mit Wasser.
Häufige Fragen
Wie viel Höhe braucht eine bodengleiche Dusche im Altbau?
Eine bodengleiche Dusche braucht im Altbau mit einem flachen, fertigen Duschelement 50 bis 80 Millimeter Höhe. Mit Abfluss in der Mitte nennt ein Hersteller 65 Millimeter. Reicht die Höhe nicht, pumpt eine kleine Pumpe das Wasser zum Abflussrohr.
Wie viel Gefälle braucht eine bodengleiche Dusche?
Eine bodengleiche Dusche braucht 1 bis 2,5 Prozent Gefälle zum Abfluss. Das sind 1 bis 2,5 Zentimeter auf einen Meter. Diesen Bereich nennt ein Anwendungsingenieur in der Fachzeitschrift Bauhandwerk.
Kann eine Holzbalkendecke eine bodengleiche Dusche tragen?
Ob eine Holzbalkendecke eine bodengleiche Dusche trägt, muss im Einzelfall geprüft werden. Die Dusche mit ihrem Unterbau bringt zusätzliches Gewicht auf die Balken. Lassen Sie die Tragfähigkeit vor der Planung von einer Fachperson einschätzen.
Wie prüft der Handwerker, ob die bodengleiche Dusche dicht ist?
Der Handwerker testet Abfluss und Abdichtung der bodengleichen Dusche, bevor er die Fliesen verlegt. Danach erreicht man die Abdichtung nur noch, wenn man die Fliesen wieder herausnimmt. Lassen Sie sich den Test deshalb zeigen oder schriftlich bestätigen.
Kann in alten Fliesen Asbest stecken?
Ja, im Kleber und in der Spachtelmasse alter Fliesen kann Asbest stecken, wenn sie vor November 1993 verlegt wurden. Seit dem 31. Oktober 1993 ist Asbest in Deutschland verboten. Lassen Sie alte Böden vor dem Abschlagen prüfen.
