Was kostet die Solarthermie-Wartung?
Bei der Wartung gibt es zwei Stufen. Die kurze Prüfung macht der Heizungsbauer meist einmal im Jahr bei der normalen Heizungswartung mit. Die gründliche Wartung dauert länger, weil er dabei alle Teile der Solaranlage durchmisst.
Nach Angaben von heizung.de reichen die Kosten von 20 bis 50 Euro für die kurze Prüfung bis 300 bis 800 Euro für neue Solarflüssigkeit. Die gründliche Wartung kostet 100 bis 250 Euro, je nach Größe und Zustand der Anlage. Fällig ist sie alle 2 bis 5 Jahre, die Flüssigkeit alle 5 bis 10 Jahre.
| Arbeit | Kosten | Wie oft |
|---|---|---|
| Kurze Prüfung | 20 bis 50 Euro | jedes Jahr |
| Gründliche Wartung | 100 bis 250 Euro | alle 2 bis 5 Jahre |
| Neue Solarflüssigkeit | 300 bis 800 Euro | alle 5 bis 10 Jahre |
Solaranlage Ratgeber empfiehlt die gründliche Wartung etwas öfter, nämlich alle zwei bis drei Jahre. Mit einem Wartungsvertrag über etwa fünf Jahre geben viele Betriebe Rabatt. Reparaturen und eine Reinigung der Kollektoren kosten jeweils extra. Wartung, Pumpenstrom und Versicherung gehören zu den laufenden Kosten einer Solarthermieanlage.
Ist die Solarthermie-Wartung Pflicht?
Einen festen Termin für die Wartung schreibt kein Gesetz vor. Das Heizungsgesetz verlangt aber, dass Sie wichtige Teile Ihrer Heizungs- und Warmwasseranlage regelmäßig warten lassen. Gemeint sind Teile, von denen die Leistung der Anlage abhängt. Die Wartung muss jemand mit Fachkunde machen, in der Praxis Ihr Heizungsbauer.
Dazu kommt die Garantie. Viele Hersteller verlangen die regelmäßige Wartung, wenn Sie eine erweiterte Garantie nutzen wollen. Was genau gilt, steht in den Garantiebedingungen Ihrer Anlage.
Die Wartung hält außerdem den Ertrag hoch. Kaputte Dämmung, alte Solarflüssigkeit oder zu wenig Druck bemerkt man im Betrieb kaum. Der Ertrag sinkt dann langsam, ohne dass die Anlage ausfällt.
Was prüft der Heizungsbauer bei der Wartung?
Luft raus und Druck prüfen
Der Heizungsbauer entlüftet die Anlage und prüft den Druck im Solarkreis. Fällt der Druck, sucht er die Ursache.
Pumpe und Durchfluss
Er prüft, ob die Solarpumpe läuft und genug Flüssigkeit durch die Leitungen fließt.
Solarflüssigkeit testen
Er misst, bis zu welcher Kälte die Flüssigkeit vor Frost schützt. Dazu prüft er den pH-Wert, der zeigt, ob sie sauer wird.
Regler und Sicherheitsventil
Er kontrolliert die eingestellten Werte am Solarregler und ob das Sicherheitsventil funktioniert.
Kollektoren, Anschlüsse und Dämmung
Er sieht sich Kollektoren, Verbindungen und die Dämmung der Leitungen an und tauscht verschlissene Dichtungen.
Am Ende sollten die gemessenen Werte schriftlich festgehalten sein. Heben Sie dieses Protokoll auf, denn es dient als Nachweis für die Garantie.
Was Sie selbst an der Solaranlage prüfen können
- Lesen Sie einmal im Monat das Manometer ab, die Druckanzeige am Solarkreis. Üblich sind 2,5 bis 3,0 bar, und der Wert sollte nicht langsam sinken. Den richtigen Wert für Ihre Anlage nennt das Protokoll der Inbetriebnahme.
- Werfen Sie einmal im Jahr einen Blick auf Dach und Regler. Achten Sie auf neue Schatten, beschädigte Dämmung und auffällige Werte.
- Hat Ihre Anlage einen Wärmezähler, vergleichen Sie den Ertrag mit dem Vorjahr. Die Verbraucherzentrale empfiehlt einen solchen Zähler, damit Sie sinkende Erträge bemerken.
- Stehen die Kollektoren flacher als 15 Grad, wäscht der Regen sie kaum sauber. Dann kann eine Reinigung durch eine Fachfirma sinnvoll sein.
Steigen Sie für all das nicht selbst aufs Dach, wenn es nicht sicher erreichbar ist.
Wann muss die Solarflüssigkeit gewechselt werden?
Die Solarflüssigkeit ist ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel. Sie bringt die Wärme vom Dach in den Speicher und schützt die Leitungen vor Frost und Rost. Mit den Jahren altert sie, weil sie ständig zwischen heiß und kalt wechselt.
Üblich ist ein Wechsel alle 5 bis 10 Jahre. Bei Anlagen, die auch heizen und stark belastet sind, kann er schon nach 4 bis 5 Jahren fällig sein. Entscheidend ist der gemessene Zustand, nicht das Kalenderjahr. Vier Zeichen zeigen, dass die Flüssigkeit getauscht werden muss.
- Sie ist trüb oder enthält kleine Klümpchen. Neue Flüssigkeit ist klar.
- Sie riecht stechend nach Ammoniak. Neue Flüssigkeit riecht nach nichts.
- Sie ist bräunlich verfärbt.
- Ihr pH-Wert liegt unter dem Grenzwert des Herstellers, häufig 7,5. Neue Flüssigkeit liegt bei etwa 8 bis 9.
Stillstand im Sommer schadet meist nicht
An heißen Sommertagen ist der Speicher oft schon mittags voll. Dann schaltet die Regelung die Solarpumpe ab, damit die Anlage keinen Schaden nimmt. Diesen Zustand nennt man Stillstand im Sommer.
Im Kollektor wird es dabei so heiß, dass die Flüssigkeit kocht und zu Dampf wird. Der Dampf drückt die Flüssigkeit in das Ausdehnungsgefäß, einen Druckbehälter, der genau dafür da ist. Lässt die Sonne nach, kühlt der Kollektor ab, die Flüssigkeit fließt zurück, und die Anlage läuft wieder.
Eine richtig geplante Anlage hält das aus. Häufiger Stillstand lässt die Solarflüssigkeit aber schneller altern. Ursache ist oft eine zu große Anlage oder ein zu kleiner Speicher.
An diesen Zeichen erkennen Sie eine Störung
Die meisten Störungen kündigen sich an, bevor die Anlage ausfällt. Die Verbraucherzentrale und der Hersteller Paradigma nennen diese sechs Zeichen.
- Im Sommer gibt es nicht genug warmes Wasser, obwohl die Sonne scheint.
- Die Anlage macht ungewohnte Geräusche.
- Die Anlage wird zu heiß.
- Wasser oder Dampf tritt aus.
- Der Ertrag sinkt, obwohl sich an Wetter und Verbrauch nichts geändert hat.
- Einzelne Röhren eines Röhrenkollektors sind innen beschlagen oder wirken blind.
Oft steckt Luft im Solarkreis dahinter, ein Fehler bei der Montage oder fehlende Wartung. Bei einem Röhrenkollektor zeigen blinde Röhren, dass Luft und Feuchtigkeit in die Röhre gelangt sind. Die Ursache findet ein Fachbetrieb vor Ort.
Tritt Wasser oder Dampf aus, oder ist der Druck plötzlich gefallen?
Rufen Sie sofort einen Fachbetrieb. Das deutet auf ein Leck oder einen Fehler am Druckausgleich hin.
Ist der Ertrag gesunken oder die Solarflüssigkeit trüb, braun oder stechend riechend?
Lassen Sie die Anlage in den nächsten Wochen prüfen. Das ist kein Notfall, aber ein Zeichen für Verschleiß.
Es besteht kein Handlungsbedarf. Der nächste reguläre Wartungstermin reicht.
Häufige Fragen
Wie oft muss eine Solarthermieanlage gewartet werden?
Eine Solarthermieanlage braucht einmal im Jahr eine kurze Prüfung und alle zwei bis fünf Jahre eine gründliche Wartung durch einen Fachbetrieb. Manche Fachleute raten zu zwei bis drei Jahren. Die Solarflüssigkeit wird alle fünf bis zehn Jahre getauscht.
Was kostet die Wartung einer Solarthermieanlage?
Die gründliche Wartung einer Solarthermieanlage kostet 100 bis 250 Euro je Termin. Die kurze Prüfung im Jahr liegt bei 20 bis 50 Euro. Neue Solarflüssigkeit kostet 300 bis 800 Euro.
Ist die Wartung einer Solarthermieanlage Pflicht?
Ja, die Wartung einer Solarthermieanlage ist Pflicht, aber ohne festen Termin. Das Heizungsgesetz verlangt, dass wichtige Teile der Anlage regelmäßig von Fachleuten gewartet werden. Viele Hersteller machen die Wartung außerdem zur Bedingung für eine erweiterte Garantie.
Wann muss die Solarflüssigkeit einer Solarthermieanlage gewechselt werden?
Die Solarflüssigkeit einer Solarthermieanlage wird meist alle fünf bis zehn Jahre gewechselt. Früher ist es nötig, wenn sie trüb oder braun ist, stechend riecht oder ihr pH-Wert unter den Grenzwert des Herstellers fällt. Der Wechsel kostet 300 bis 800 Euro.
Schadet der Stillstand im Sommer der Solarthermieanlage?
Nein, der Stillstand im Sommer schadet einer richtig geplanten Solarthermieanlage nicht. Die Flüssigkeit verdampft im Kollektor, und das Ausdehnungsgefäß fängt den Druck auf. Häufiger Stillstand lässt die Solarflüssigkeit aber schneller altern.
Woran erkenne ich, dass meine Solarthermieanlage nicht richtig arbeitet?
Eine Solarthermieanlage arbeitet nicht richtig, wenn das Wasser im Sommer trotz Sonne kalt bleibt oder der Ertrag ohne Grund sinkt. Weitere Zeichen sind ungewohnte Geräusche und austretendes Wasser oder Dampf. Dann sollte ein Fachbetrieb die Anlage prüfen.
